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Natur ....

Bevor ich nun meinen Artikel über "Naturdominanz" beginne, möchte ich mich ganz herzlich bei meinen lieben Lesern für die Geburtstagswünsche bedanken. Es war wirklich sehr nett, dass ihr an mich gedacht habt.

Ganz besonders gefiel mir die - nicht ganz jugendfreie - e-Card eines eifrigen Lesers.

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Immer wieder begegnet mir der Begriff "Naturdominanz". Oftmals wird er im Zusammenhang mit professionellen Dominas benutzt. Und vielfach liegt man damit falsch.

So wird oftmals einer Dame, die Geld für SM verlangt, abgesprochen, auch selbst SM als sexuellen Kick durchzuführen. Das hinkt ganz gewaltig, denn dann müsste man - zurecht - einer Prostituierten auch den Spass am Sex gänzlich abschreiben. 

Und wer würde schon soweit gehen, einem Informatiker den Spass am Computer abzuschreiben, nur weil er Geld dafür möchte, um dem Laien zu zeigen, wie er mit seinem Computer umgehen muss?

Und wer will einem Arzt die Freude an seinem Beruf abschreiben, nur weil er Geld dafür verlangt, Patienten wieder zu heilen oder ihnen zumindest zu helfen?

Wer würde einem Mechaniker den Spass am Schrauben absprechen, nur weil er Geld dafür will, um die altersschwache Karre wieder sauber schnurren zu lassen? 

Eben!

Warum also wird einer professionellen Domina der Spass am SM abgesprochen, nur weil sie eben auch Geld dafür nimmt? 

Und dann kommen Aussagen wie "nicht naturdominant", "nicht naturveranlagt" "völlig naturdevot".

Wenn man sich dieses (unsägliche) Wort auf der Zunge zergehen lässt: Naturveranlagung - dann müsste doch jedem halbwegs gebildetem Menschen (die ihr ja alle seid) auffallen, dass da etwas ganz gehörig nicht stimmen kann.

Denn eine Veranlagung ist - aus biologischer Sicht - IMMER naturgegeben. Es gibt keine "nicht-natürliche" Veranlagung. Warum also doppelt moppeln?

Ich kenne mittlerweile mehr Damen aus der Branche, die privat SM ausleben, als Damen, die "aufgrund der Finanzen und des Spasses am Beruf" Domina/Bizarrlady/Sklavia sind. Und doch gehen die wenigsten damit hausieren.

"Warum?", werdet ihr nun zurecht fragen.

Die Antwort ist einfach: Wer will schon über seine Neigung diskutieren oder sie sich gar von irgendwelchen Menschen absprechen lassen?

Mittlerweile allerdings sollte klar sein, dass Domina ein Beruf ist, in dem man durchaus eine gewisse Neigung zur sexuellen Andersartigkeit haben sollte. Und wenn es nur - wie bei vielen Gästen anfangs eben auch - die reine Phantasie ist, die aus dem Handwerk spricht.

In diesem Sinne

einen schönen Dienstag (wir haben gerade Schneeregen)

 

21.4.10 10:00
 


bisher 8 Kommentar(e)     TrackBack-URL


L.E. (21.4.10 13:47)
Mittlerweile allerdings sollte klar sein, dass Domina ein Beruf ist, in dem man durchaus eine gewisse Neigung zur sexuellen Andersartigkeit haben sollte. Und wenn es nur - wie bei vielen Gästen anfangs eben auch - die reine Phantasie ist, die aus dem Handwerk spricht.
Zit.Ende.

Wie wahr wie wahr!


Asmodan (23.4.10 20:06)
Zitatr: "Denn eine Veranlagung ist - aus biologischer Sicht - IMMER naturgegeben. Es gibt keine "nicht-natürliche" Veranlagung. Warum also doppelt moppeln?"

Also das würde ich so nicht unterschreiben. Einiges ist antrainiert bzw. anerzogen. Lebensumstände tragen sicher auch einiges bei. Die alte Weisheit, dass der Traumjob jedes Sklaven der des Sklavenaufsehers ist, ist sicher auch für einige Charakteristiken einer Person verantwortlich.


Nala (24.4.10 16:00)
Hallo Asmodan,

Du hast sicherlich recht, allerdings:
in dem Moment, wo es antrainiert ist, ist es keine Veranlagung mehr oder kann sie nicht mehr als solche bezeichnen. :-)
Simple ausgedrückt: Eine Blondine wird immer eine Blondine bleiben, auch wenn sie sich ihre Haare schwarz färbt. Sie wird auch ihre eigene Veranlagung (der einer Blondine) auch so weitergeben - die chemische Farbe auf ihren Haaren wird sich nicht in ihren Anlagen verankern und sie plötzlich zur "naturgegebenen Schwarzhaarigen" werden lassen.

Verstehst du, wie ich es meine?
Veranlagung ist naturgegeben - dagegen kann man schwer vorgehen. Antrainiert ist antrainiert - gesellschaftliche Muster, persönliche Anliegen, schlechte Gewohnheiten, was auch immer.

Letztlich ist es egal, ob SM eine Veranlagung ist, oder Antrainiert ist. Aber "naturveranlagt" gibt es eben nicht :-)

Liebe Grüsse
Nala


Asmodan (24.4.10 20:24)
Hallo Nala,

hehe damit implizierst du aber, dass Lust/Spass/Interesse an SM vererbbar ist wie eine Haarfarbe

Aber du hast Recht, die Sache mit "naturveranlagt" ist eher was für Gärnter oder Förster.

lg,
Asmodan


Nala (24.4.10 21:04)
Hallo Asmodan,
der Spruch mit dem Gärtner und dem Förster ist gut. Muss ich mir merken :-)

Nein, ich selbst impliziere das eben nicht, gerade weil ich sage, dass es das Wort "naturveranlagt" so gesehen nicht geben kann. Denn wenn man SMer ist, dann ist man entwedern veranlagt oder auch nicht. Allerdings wird in der hiesigen Szene eben gerne "naturveranlagt" als Synonym für "echt" (so ein geniales Wort) benutzt. Die Frage ist dann eben: Gibt es auch "unechte" SMer? Oder - um wieder den Bogen zur "naturveranlagung" zu bekommen: Gibt es auch einen "künstlich veranlagten" SMer?

Liebe Grüsse
Nala


Asmodan (25.4.10 09:00)
Hallo nochmals,

als unecht würde ich etwas bezeichnen was man am Raimund-Seminar lernt (aka Schauspiel *g*). Womit wir bei der Frage nach dem Talent zum Schauspiel angekommen wären. Wenn ein Profi darin gut ist, sieht es aus wie SM, bleibt aber trotzdem gespielt.
Unecht kann es nicht werden, weil die Handlung dennoch real ist. Aber vielleicht gibts ja irgendwann ein Plagiat aus Ostasien das man als unecht bezeichnen wird können.

lg,
Asmodan


Nala (25.4.10 13:29)
Hallöchen,
du meinst dann Dominas, mit dem Stempel "Made in Taiwan" auf ihrem Hintern? Sehr hübsche Vorstellung. Wir das dann eintätowiert oder eingebrannt?
Ich stelle mir gerade vor, wie so ein Container "Plagiats-Dominas" im Hamburger Hafen hops genommen wird.

Aber allein das zeigt doch wieder, dass es - als "unechtes" Gegenteil keine "echten" Dominas mit "Naturveranlagung" geben kann.

Schauspiel ist ein sehr gutes Argument.
Wenn jemand wirklich gut schauspielern kann, und mit dem Job keine Probleme hat und die Arbeit im SM keine gravierenden, psychischen Schäden hinterlässt, so finde ich das doch durchaus legitim. Ihr das Können und die Handhabung abzusprechen, nur weil sie vielleicht privat keine SMerin ist und derartigen Praktiken sexuell nichts abgewinnen kann, wäre doch unfair.
Denn da gibt es "unechte" (hehe) Dominas, die sogar besser sein können, als die "echten" Dominas.

Aber sicherlich ist es den meisten (potentiellen) Gästen lieber, wenn sie sich vorstellen, dass die Domina während der Handlung ebenfalls sexuell erregt wird. Wobei auch das wiederum bei einer SMerin auch nicht permanent und ständig vorkommt.

Ich für meinen Teil finde die Diskussionen immer wieder interessant und horizonterweiternd.
Und die Sache mit den Plagiaten: You made my day! Danke dir
Nala


Nala (25.4.10 13:31)
Noch ein kleines PS:
Die Handlung selbst ist (noch) nicht real. Das einzige, was real ist im Moment der Diskussion, ist die Diskussion selbst.
Wäre es "real" würde es bedeuten, dass jeder, der "Nicht-SM-veranlagte" Dominas verteufelt, sie auch alle ausprobiert hätte. Dadurch aber, dass er das nicht hat (weil die wenigsten sich auch outen) kann es für den "verteufler" doch nur eine "echte" (naturveranlagte) und eine "unechte" (Plagiatsveranlagte - meine neue Erfindung *gg*) Domina geben.

Lieben Gruss und einen traumhaften Sonntag
Nala

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